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Lottasbuecher

Lottas Buecher

Er meint, er wolle sie nicht stören...

...Sie liest und sagt: 'Die Realität stört immer.'

 

aus 'Der Fotograf' von John Katzenbach

Ein wirklich schönes Buch, aber ein schwieriger Einstieg

Wer Schatten küsst - Marc Levy, Bettina Runge, Eliane Hagedorn

Mit eigenen Worten
In "Wer Schatten küsst", von Marc Levy, geht es um einen männlichen Protagonisten. Dieser entdeckt im Schulalter, dass er mit Schatten reden kann, sowohl mit seinem als auch mit denen anderer Personen. Ohne es zu wollen, bekommt er so einen Einblick in die Träume, Wünsche und Leiden der Personen in seinem Leben. Was er mit seiner besonderen - ungewollten - Gabe macht? Lest es!

 

Wirkung
Als ich das Buch das erste Mal gesehen habe, muss ich zu geben, dass ich das Cover nicht so unglaublich ansprechend fand, obwohl mir die Farben sehr gut gefallen haben. Jetzt nachdem ich das Buch gelesen habe, liebe ich das Cover. Ich liebe es, weil es sehr viel Bedeutung im Bezug auf den Inhalt des Buches hat. Allein die sich überschneidenen Schatten sind wirklich toll gemacht. Ich bin begeistert. Der Titel klingt schön, und ist auch recht passend, weil er immer sehr freundlich zu den Schatten ist, aber irgendwie ist er für mich nicht das Nonplusultra.

 

Positives
Hach, Marc Levy! Ich liebe seinen Schreibstil. Dieses Buch ist bereits das dritte Buch, was ich von ihm lesen und ich bin immer wieder begeistert von seiner Art und Weise zu schreiben. Ich kann nicht mal genau beschreiben, was mich daran so fasziniert, aber mich kann er wirklich jedes Mal fesseln. Es ist sehr bildlich, einen Hauch poetisch und vor allem emotional geschrieben. Wahrscheinlich kann ich mich auch deswegen so gut in den Protagonisten hinein versetzen. Er beschreibt ihn unglaublich authentisch, sodass er auf mich wirkt, als würde ich ihn schon mein Leben lang kennen. Ich war mit ihm verwirrt, ich habe mit ihm gelitten .. Ich mag ihn, obwohl er keinen Namen hat. Mir ist erst gerade eben beim Rezension schreiben aufgefallen, dass der arme Protagonist gar keinen Namen hat, bzw. nie namentlich erwähnt wird. Auch die andern Charaktere der Geschichte sind für mich nachvollziehbar gestaltet. Den einzigen,den ich unsympathisch fand, war Marquez, aber ich glaub, dass das durchaus vom Autor beabsichtigt war!
Der Verlauf der Geschichte hatte ein angenehmes Tempo dem man gut folgen konnte und bei dem einem auch nicht langweilig wurde. Ich fand es gut, dass das Buch in 2 Teile unterteilt wurde, einmal als er noch ein Kind in der Schule war und einmal als er schon älter war und bereits einen Beruf erlernt. Das Ende war natürlich sehr emotional geladen (und ja ich musste weinen wie ein Wasserfall) und war für mich wirklich ein passendes, gutes Ende, mit dem ich rundum zufrieden war. Sonst hätte ich an dieser Stelle wahrscheinlich gemerkt, dass mir das alles ein bisschen zu schnell ging, nach dem Motto "mal schnell ein Ende machen", aber in diesem Buch passt es einfach irgendwie. Ich habe noch die ganze Nacht von diesem Ende geträumt und es weiter gesponnen.

 

Negatives
Ich muss zugeben, dass es mir am Anfang ein bisschen schwer fiel den Einstieg in das Buch zu finden. Ein Glück, dauerte es nicht allzulange, aber es war doch zuerst ein bisschen knifflig. Was nicht unbedingt als negativ zu zählen ist, aber ich trotzdem erwähnen möchte, ist dass ich einen Aspekt schon sehr weit im Voraus geahnt habe und der Protagonist hat einfach gar nichts gemerkt, nicht mal ein bisschen skeptisch war er. Aber wahrscheinlich würde es einem im wahren Leben auch so gehen ..

 

Zitat
Wie hatte all diese Liebe einfach verschwinden können? Und vor allem wohin? Vielleicht verhielt es sich mit der Liebe wie mit den Schatten, jemand tritt drauf und nimmt sie mit. Vielleicht ist zu viel Licht gefährlich für die Liebe, oder aber das Gegenteil ist der Fall, und die Liebe verblasst, wenn sie nicht genügend Licht bekommt, bis ihr Schatten ganz verschwunden ist.
-Aus "Wer Schatten küsst" von Marc Levy-

 

Bewertung
Note 2+ {gut}
Dieses Buch ist wirklich ein tolles Buch. Ich vergebe dafür eine zwei plus, einfach, weil ich am Anfang mich nicht so gut hinein finden konnte und eine Weile gebraucht hatte bis ich mit dem Protagonisten warm geworden bin. Als dies aber passiert ist, wollte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen. Ich habe dieses Buch innerhalb von einem Tag durchgelesen und muss wirklich sagen, dass es sehr lesenwert ist.
Ich würde dieses Buch Lesern empfehlen, die emotionale Bücher mögen, die nicht nach dem Schema F geschrieben sind. Dies ist kein 0815 Liebesbuch, sondern wirklich auf eine besondere Weise berührend. Man sollte sich jedoch nicht an kleinen fantastischen Elementen stören, wenn man dieses Buch lesen möchte.

Quelle: http://www.lottasbuecher.de/2014/02/marc-levy-wer-schatten-kusst.html