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Lottasbuecher

Lottas Buecher

Er meint, er wolle sie nicht stören...

...Sie liest und sagt: 'Die Realität stört immer.'

 

aus 'Der Fotograf' von John Katzenbach

ich bin sehr unentschlossen

Jimmy, Jimmy: Die Geschichte, wie mein Vater wieder 10 Jahre alt wurde Roman - Mark O'Sullivan

Mit eigenen Worten
Ealas Dad ist 42 Jahre alt, zumindest physisch. Jimmy wurde beim Joggen von einem Radfahrer angefahren und erlitt dadurch ein Schädelhirntrauma. Jimmy kann sich an nichts mehr erinnern, nicht an seine Kinder, nicht an seine Frau - er denkt, er ist noch ein Kind im Alter von zehn Jahren. Eala darf ihn nicht mehr Dad nennen, er ist jetzt nur noch "Jimmy" und er darf nicht überfordert werden. Gar nicht so einfach das Zusammenleben mit einem 42 Jahre alten Zehnjährigen.

 

Wirkung
Das Cover gefällt mir sehr gut, weil es mich an ein Kind denken lässt, was mit Magnetbuchstaben seinen Namen an den Kühlschrank geschrieben hat. Ich mag diese Magnetbuchstaben. Das Gesamtpaket wirkt auf mich sehr harmonisch, weil die Farben sehr gut zu einander passen, er wirkt fröhlich auf mich. Der Titel passt auch gut, zum einen wegen dem Lied, was Ealas Dad gerne gehört hat und zum anderen natürlich weil er Jimmy heißt.

 

Positives
Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen, weil Eala aus ihrer Sicht erzählt und dem Leser gleich auf den ersten Seiten davon berichtet wie es dazu gekommen ist, dass ihr Vater sich so verändert hat. Ealas Vater "Jimmy" hatte einen Unfall und denkt seitdem, dass er zehn Jahre alt ist. Es ist sehr gut beschrieben, wie er sich benimmt und was seine Macken sind. Im Verlauf der Geschichte kann man als Leser sogar schon einschätzen, wie Jimmy in bestimmten Situationen reagieren wird. Auch die anderen Charaktere, wie Sean (Ealas Bruder), ihr Mutter und auch ihre Freunde und Bekannten sind sehr gut beschrieben, ich konnte sie mir beim Lesen sehr gut vorstellen. Trotzdem man die Charaktere nur aus Ealas Sicht kennenlernt, finde ich Sean am sympathischsten, weil er wenigstens ehrlich ist. Es hat mir gut gefallen, dass man mit dem Verlauf der Geschichte auch einen Wandel der Personen ausmachen konnte. Jeder einzelne hat sich ein wenig verändert, hat sich ein wenig weiterentwickelt, hat etwas dazu gelernt. Das ist mir besonders bei Eala und ihrer Mutter aufgefallen. Das Ende lässt mich ein bisschen unentschlossen zurück. Einerseits zeigt es dem Leser, dass das Leben weitergeht, dass es weitergehen muss und normal wird. Und andererseits hat es mich unbefriedigt zurückgelassen. Es war nicht so ganz rund, so ohne Schlusswort oder so. Das hätte ich mir gewünscht.

 

Negatives
Ich kann zwar nicht genau begründen warum, aber der Schreibstil war für mich ein wenig anstrengend und das trotz dem Ich-Erzähler, den ich eigentlich sehr gerne lese. Vielleicht lag es daran, dass Eala mir nicht sonderlich sympathisch war. Sie war mir zu sehr von sich eingenommen und hat zu wenig an die anderen gedacht. Zu sehr "Ich armes kleines Mädchen". Oftmals hat mir ihr Umfeld leid getan, auch wenn ich sie in manchen Situationen wirklich gut verstehen konnte. (Jill). Was ich nicht verstanden habe, war dass Eala anscheinend Tabletten abhängig geworden ist, aber nach einer bestimmten Situation war auf einmal alles wieder gut und sie hat nicht mal mehr an Tabletten gedacht. Das war für mich ein bisschen zu unlogisch und nicht gut durchdacht. Der Verlauf konnte mich abgesehen von dem Wandel den die Personen durchgemacht haben auch nicht wirklich von sich überzeugen, weil ich das Gefühl hatte, dass gar nichts passiert. Man ist auf einer Stelle herumgelaufen und hat sich nicht wegbewegt. Das war ziemlich anstrengend. Ich hätte mir einen ersichtlichen zeitlichen Rahmen gewünscht, um den Verlauf besser

nachvollziehen zu können.

 

Zitat
Dann fällt mir wieder seine Geschichte von den Schwänen bei ihnen zu Hause ein, und ich komme mir einfach nur doof vor. Ich wette, er weiß, dass Eala das irische Wort für Schwan ist. Nur darum hat er die rührselige Geschichte erfunden. Als wäre ich ein kleines Mädchen, dem man eine Gutenachtgeschichte erzählt.

 

Bewertung
Note 3 {befriedigend}
Ja, das Buch bekommt noch eine 3 von mir. Ich habe geschwankt, zwischen einer 3 und einer 4, aber ich habe mich dann für die 3 entschieden weil sich die positiven und negativen Aspekte in etwa die Waage halten. Das Buch hat mich insgesamt doch ein bisschen enttäuscht, vor allem weil ich mir mehr Verlauf gewünscht habe. Ich habe gehofft, dass Eala mir sympathisch ist und nicht so von sich eingenommen. Dafür haben mich andere Charaktere überraschen können.
Am besten alle die sich für das Buch interessieren schnappen es sich einfach und lesen es selbst, denn ihr merkt schon, dass ich diesmal sehr unentschlossen bin.

Quelle: http://www.lottasbuecher.de/2014/06/mark-osullivan-jimmy-jimmy.html