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Lottasbuecher

Lottas Buecher

Er meint, er wolle sie nicht stören...

...Sie liest und sagt: 'Die Realität stört immer.'

 

aus 'Der Fotograf' von John Katzenbach

der Fall war diesmal nicht so meins und Rileys Husten hat genervt.

Schwedenbitter: Kriminalroman (Knaur TB) - Simone Buchholz

Mit eigenen Worten
Achtung! Dritter Teil einer Reihe - Rezension könnte Spoiler enthalten.
Chastity Riley hat mal wieder einiges zu tun in ihrem Hamburg. In einem nicht sehr beliebten Stadtteil Hamburgs werden zwei alte Amerikaner umgebracht, doch was steckt dahinter? Warum mussten diese beiden alten Menschen auf so brutale Art und Weise sterben? Und dann ist da noch dieses lästige Privatleben. Was ist eigentlich mit Carla los? Irgendwie ist der Inceman doch gar nicht so schlimm wie er aussieht..

 

Wirkung
Leider ist der Titel des Buches mal wieder absolut nicht meins. Ich weiß nicht genau in welchem Zusammenhang es stehen soll. Ich habe eben auch mal gegooglt was Schwedenbitter ist .. nun vielleicht hilfts ja gegen Rileys nervigen Husten. Das Cover sagt mir schon eher zu, weil der Mord in einem alten heruntergekommenen Haus passiert.

 

Positives
Auch bei diesem Buch kommt man in gewohnt guter Weise in das Buch hinein. Gleich am Anfang steht wieder der Mord und Chas Riley befindet sich am Tatort. Ich finde das wirklich entspannend, weil man so gleich mittendrin ist. Der Schreibstil der Autorin konnte mich wieder einmal von sich überzeugen, weil sie eine sehr lockere Schreibweise hat. Kein Satz wirkt gekünstelt oder aufgesetzt und das ist mir beim Lesen immer sehr wichtig. Riley ist mal wieder das knallharte Kiezweib, aber ich glaube so langsam weicht sie ein bisschen auf. Vielleicht liegt es an Carlas Situation oder an dem neuen Kollegen, aber ich glaube sie wird ein bisschen weicher. Der neue Kollege ist mir übrigens äußerst sympathisch, auch wenn er nicht so unheimlich sympathisch dargestellt wird, außerdem hat der neue Kollege es ein bisschen schwer im Team. Alle anderen Charaktere sind genauso gut wie schon in "Revolverherz" und in "Knastpralinen". Der Verlauf war ganz gut, aber ich hab auch noch was anderes zu zu sagen. Ich kann mich diesmal beim Ende nicht so ganz entscheiden, wie ich es finde. Ich finde es irgendwie gut, weil es mal was anderes ist und nicht 0815, aber andererseits ist es für mich so gar nicht befriedigend. Außerdem will ich endlich wissen, was der Faller damals auf dem Kiez angestellt hat.

 

Negatives
Der Verlauf war zwar ganz gut, aber eben nicht so gut wie in den beiden Vorgängerbüchern. Das Gleichgewicht zwischen Privatem und Polizeiarbeit war zwar wieder gut, aber diesmal war für mich das Private um weiter interessanter. Der Fall konnte mich nicht so ganz mitreißen, weil ich es mitunter alles ein bisschen zu wirr fand. Zu viele Menschen, die mit darin verstrickt waren und dann auch noch dieses unbefriedigende Ende. Ich hatte diesmal das Gefühl, dass die nicht aus den Puschen kommen. Insgesamt war es ein bisschen zu langsam. Leider kam bei mir diesmal auch das Hamburg-Feeling nicht so richtig rüber. Es hätte nun auch in jeder anderen Stadt spielen können. Und eine Sache, die mich wirklich barbarisch genervt hat, war Chas' Husten. Im ersten Teil ("Revolverherz") war es der Schwindel, im zweiten teil ("Knastpralinen") wurden wir damit verschont und nun hat sie Husten und es wird wieder viel zu oft betont. Am Ende wollte ich sie schon schütteln und sagen: "Geh zum Arzt!", "Hör auf zu rauchen, verdammt!". Ja, sowas kann mich nerven, genauso wie "kucken". Warum schreibt die Autorin "gucken" mit k? Mir wurde immer gesagt, dass das so nicht richtig ist. Das hat mich ziemlich gestört in meinem Lesefluss.

 

Zitat
"Diskotürke", sagt der Brückner und kuckt grimmig in seine Kaffeetasse. "Richtig", sage ich. "Der Inceman ist ein lupenreiner Diskotürke. Euer Chef hier ist noch schlimmer: ein unrasierter Spaghettifresser. Ihr selbst seid brummige Fischköppe. Und ich bin von der ganz unangenehmen Sorte. Eine neurotische Ami-Schnalle."

 

Bewertung
Note 3 {befriedigend}
Ich habe das Gefühl, dass mir die Bücher mit jedem weiteren immer weniger gefallen. Ich hoffe natürlich, dass ich eines besseren belehrt werde und mir der 4. und 5. Teil wieder besser gefallen. Vielleicht lag es auch einfach nur am Fall, denn Chas und ihr Privatleben mag ich ziemlich gerne, wenn sie nicht gerade hustet. Dass ich eine drei "befriedigend" gebe, ist eigentlich sehr paradox, denn das Ende war für mich alles andere als befriedigend.
Wer sich nicht an einem verworrenen Fall und einem nicht ganz so glücklich machenden Ende stört, für den könnte dieses Buch etwas sein!

Quelle: http://www.lottasbuecher.de/2014/06/simone-buchholz-schwedenbitter.html